Freitag, 21. April 2017

Jazzfotos

Während der Magdeburger Jazztage gibt es im Roten Salon des Gesellschaftshauses Magdeburg eine Ausstellung von Jazz-Fotos von Thomas Hohlbein und mir. Zu sehen während der Öffnungszeiten des Gesellschaftshauses (und auf jeden Fall während der Konzerte der Jazztage am Sonnabend ab 19 Uhr und am Sonntag ab 12 Uhr)

Samstag, 8. April 2017

Passionskonzert

Heute fand in der Schönebecker St.-Johannis-Kirche ein Passionskonzert statt, zu dem sich die Schönebecker Kantorei Unterstützung von Instrumentalisten gesucht hatte.
Schönebecker Kantorei
Streichorchester der Kantorei
Susann Beyer – Klavier, Orgel
Ronny Boer – E-Gitarre
Conrad Steinhoff – E-Bass
Vincent Thorrmann – Schlagzeug
Ulrike Miseler – Gesang
Carsten Miseler – Gesamtleitung
Götz Beyer – Lesung

Das von Carsten Miseler geleitete Konzert begann mit Vokalmusik aus dem frühen 16. Jahrhundert, später kam noch das Streichorchester hinzu. Als Bachs Choräle aus der Johannespassion erklangen, reichten die ersten Töne, um in die Stimmung der Passionsmusik einzutauchen. „Passion bedeutet Leiden, bedeutet aber auch Liebe“, sagte Pfarrer Götz Beyer. Das bestimmte auch die Auswahl seiner Texte, die er zwischen den Musikstücken las, Lyrik aus der Zeit der Romantik oder Briefe aus biblischen Zeiten.

Den Klängen der Barockzeit setzte Carsten Miseler in seinem Programm moderne Kirchenmusik entgegen. Für die Aufführung der 2012 von Michael Schütz (Jahrgang 1963) komponierten Messe für Chor, Streichorchester und Band hatte er sich junge Musiker an E-Bass, E-Gitarre und Schlagzeug auf die Bühne geholt. Es war ein großartiges Klangerlebnis, als die modernen Instrumente die alten lateinischen Gebetstexte intonierten. Dabei blieb die Musik eine durchaus rhythmisch und in Teilen modern klingende, insgesamt jedoch sinfonisch gedachte Adaption Alter Musik, bei der sich im „Dona nobis pacem“ Tradition und Moderne wieder trafen. „Dabei hatten wir das zur Messe gehörende Gloria wegen der Passionszeit heute gar nicht mit aufgeführt. Das hätte dann so richtig kräftig geklungen“, sagte Carsten Miseler und machte neugierig auf die erneute Aufführung in Barby (am 13. Mai in der St.-Marien-Kirche): „dann werden noch die Bläser und ein Kinderchor dabei sein“.

Samstag, 1. April 2017

Sphinx-Kuchen

Der aus Elbenau stammende Orient-Forscher Carl Johannis Erlenbach (1724 – 1797) beschrieb in seinem 1776 erschienen Werk Eine Reise an den Nil und Beschreibung der dort vorgefundenen Alterthümer einen dort überlieferten Brauch der Ägypter:


Carl Johannis Erlenbach verzog im Jahr 1780 nach Magdeburg. Spätere Aufzeichnungen wurden bisher nicht aufgefunden und sind vielleicht in den Kriegswirren verlorengegangen. Die von ihm erwähnte tönerne Sphinx-Form jedoch fand sich in dem Nachlaß eines alten Elbenauers wieder und wurde in diesem Jahr das erste mal dem alten Rezept folgend genutzt. Erstaunlicherweise mit Erfolg, wie man am niedrigen Stand des Hochwassers der Elbe sehen kann. Über weitere Untersuchungen wird später berichtet.
 
Sphinx-Kuchen

Freitag, 24. März 2017

Lesung Rolf und Thurid Winkler

Rolf und Thurid Winkler lasen heute auf der Leipziger Buchmesse im "Lesecafé Buchkunst & Grafik" aus ihrem Buch sehen und verweilen, das im Burger Dorise-Verlag erschienen ist.


Passend zum Thema des Lesecafés hatte Rolf Winkler einige der im Buch enthaltenen Fotos mitgebracht, die er im Großformat präsentierte. Rolf Winkler las vor allem seine Haikus, für die er sich von den Motiven seiner Fotos inspirieren ließ. Thurid Winkler stellte einige ihrer Kurzgeschichten vor.

"Grafik und Buchkunst" war ein geeigneter Platz für die Buchvorstellung, nehmen doch die Fotos im aufwendig gestalteten Buch einen umfangreichen Raum ein. Verlegerin Dorothea Iser erklärte dazu: "Das Buch ist dreigeteilt. Ein Teil gehört den Sphärographien, ein weiterer Teil Blumenfotos und ein Teil gehört Thurids Geschichten, in denen sie den Fotografen beschreibt, ihn zum Teil auch karikiert". Die Frage, ob man nun ein Fotobuch oder einen illustrierten Lyrikband in der Hand hält, ist nicht einfach zu beantworten. Rolf Winkler gibt mit seinen Haikus, diesen kleinen, aus dem japanischen stammenden Dreizeilern mit fest vorgegebener Silbenzahl, seinen Fotos eine Bedeutung mit, lenkt den Blick des Betrachters auf das, was er in dem Foto sieht. Man schaut, liest, schaut noch mal – und sieht das Bild beim zweiten Betrachten mit anderen Augen. Ein paar Beispiele hat er in seinem Blog veröffentlicht.  

Buchmesse Leipzig

8 Stunden auf der Leipziger Buchmesse brachten viele schöne und interessante Eindrücke aus der Welt der Bücher, viele neue Lesempfehlungen – und die Erkenntnis, daß man wohl nicht im mindesten schaffen würde, alles lesenswerte auch zu lesen.


Freitag, 17. März 2017

Cabaret

Von Cabaret kannte ich eigentlich nur ein oder zwei Melodien ("Willkommen, bienvenue, welcome"), auch nicht die Verfilmung des Stoffes. So konnte ich die Magdeburger Inszenierung sehen, ohne bereits vorher ein Bild im Kopf zu haben.


Die Handlung spielt sich im wesentlichen nur auf einer riesigen Showtreppe im Reichsparteitagsformat und in einem einzelnen Zimmer ab. Immer präsent: der androgyne Conferencier (Adrian Becker), der das Programm gleichsam kommentiert, dazu zwei Liebesgeschichten - die des Schriftsteller Clifford Bredshaw (Oliver Morschel) und der Tänzerin Sally Bowles (Anna Preckeler) und die der Zimmerwirtin Frau Schneider (Kammersängerin Undine Dreißig) und des jüdischen Obsthändlers Herrn Schulz (Peter Wittig). Alles könnte so schön sein (und dann wäre es wohl ganz einfach ein fröhliches Musical geworden), spielte es nicht in einer Zeit zwischen dem Vorabend von Hitlers Machtergreifung bis zum Beginn der Judenverfolgung, vom Ende der goldenen zwanziger Jahre bis kurz vor Beginn des Weltkrieges. Werden die Nazis anfangs noch karikiert, so ist die immer bedrohlicher werdende Stimmung später auch in der Show zu spüren. Erst nur subtil, beginnend auf der Verlobungsfeier von Frau Schneider und Herrn Schulz, bis dann plötzlich eine große Mehrheit mit Hakenkreuzen am Arm auf der Treppe steht: der Umschwung ist vollbracht. Als dann vor der Pause das Balett auf der Treppe tanzt, nimmt man erst allmählich wahr, dass da Soldaten in Feldgrau ein Hakenkreuz formen. Während der Vorhang fällt, ertönen Reden von Hitler. Der (verdiente) Pausen-Applaus setzt erst verzögert ein.

Dienstag, 8. November 2016

Energie digital

Unter dem Titel "Energie digital – Innovation und Perspektive" konnte ich im Wasserkraftwerk Mittweida einen von Mitnetz veranstalteten Workshop besuchen.

An der Stirnseite des großen Veranstaltungssaales
steht ein riesiger Schiffsdiesel. Hergestellt vom
Sachsenwerk. Einer von ehemals drei Diesel-
Generatoren, die einst in Ergänzung zur Wasserkraft
die Stadt Mittweida mit Strom versorgten. Ein riesiges
Aggregat: der Diesel leistet 2.640 PS (1.940 kW) und
hat 8 Zylinder, jeder so groß wie ein großer Mülleimer,
die mit 400 Umdrehungen auf und ab bewegt
werden. Der Generator hat 2,5 MW Nennleistung.
Der Dieselgenerator dient heute nur noch als
Dekoration des Saales, ist aber liebevoll restauriert.
Einige der Abdeckungen des Kurbelgehäuses sind
durch Plexiglas ersetzt und erlauben einen Blick
ins Innere der riesigen Maschine.

Einige der Vorträge wurden von der Chemnitzer Illustratorin und Designerin Stephanie Brittnacher grafisch festgehalten, die der Veranstalter dafür engagiert hatte. Sie brachte live Gedanken, Stichworte und Assoziationen der Vorträge als Grafik aufs Papier. Eine witzige Idee und gut geeignet, mit dem Blick einer externen Zuschauerin auf das gehörte zurückzuschauen. Wie man rückblickend sehen kann, gibt es doch einiges digitales, dem sich die Energiewirtschaft als Herausforderung stellen muß.