Samstag, 2. September 2017

Freude schöner Götterfunken auf dem Salzblumenplatz

Unter der Schönebecker Salzblume führten am Sonnabend Dutzende Schülerinnen und Schüler aus mehreren Gymnasien der Region, darunter aus dem Norbertus-Gymnasium Magdeburg und dem Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck, Chöre aus Schönebeck, Gommern und Pretzien, Mitglieder und Musiker von Kirchengemeinden sowie zahlreiche Musikerinnen und Musiker mit Blas- und Streichinstrumenten Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ auf.


Die Aufführung geschah als Flashmob, auch wenn dieser nicht völlig überraschend kam. Denn die vorherige Ankündigung in der Presse sorgte dafür, dass zahlreiche Zuschauer auf den Salzblumenplatz kamen, viele auch vom benachbarten Kreativmarkt auf dem Salzblumenplatz.

Dienstag, 15. August 2017

Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich

Es klingelte an der Tür, und im Treppenhaus roch es nach frisch gebrühtem Kaffee. Vor der Tür steht der Tod. Mit dieser Konstallation, die sich eigentlich erst im dritten Kapitel offenbart, beginnt das Buch von Thees Uhlmann. Ein auch vom Tod nicht vorhersehbarer Zufall ("Niemand stört mich bei meiner Arbeit, das ist nicht vorgesehen") führt dazu, dass der Tod den Helden des Buches nicht nach den von ihm genannten drei Minuten mitnimmt, sondern für eine auch ihm nur ungefähr bekannte Zeit selbst auf der Erde, im Leben bleibt. Und mit ihm auf eine Reise geht. Das Road-Movie, das der Roman nebenbei auch noch ist, nimmt den Leser mit in die norddeutsche Provinz und in eine ganz normale Lebensgeschichte des Helden, der sich eher so durch den Tag treiben lässt.


Donnerstag, 3. August 2017

Der eingebildete Kranke

Der eingebildete Kranke hatte heute seine Magdeburger Premiere. Das Poetenpack aus Potsdam führte das Schauspiel von Moliere als diesjähriges Sommerstück in der Magdeburger Möllenvogtei auf. Es war bestes Premierenwetter für dieses Open-Air-Stück. Vom Wind war in dem kleinen Garten hinter den dicken Mauern der Magdeburger Festungsanlagen nichts zu spüren, die letzten Wolken verzogen sich und unter blauem Himmel waren die lauten Rufe der Falken des Magdeburger Domes zu hören.

Das Liebesduett von Angélique und Cléanthe

Mit dem Liedtext "Was ist des Doktors größte Not / die Gesundheit und der Tod" kam das Ensemble auf die Bühne, in Kostümen, die das Stück irgendwo in seiner Entstehungszeit ließen. Als Dekoration brauchten die Potsdamer Schauspieler diesmal nicht mehr als einen mit Leuchtgirlanden versehenen leeren Würfel und eine Reha-Badewanne. Diese diente vor allem als Bett von Argan, dem eingebildeten Kranken, einem leidenschaftlichen Hypochonder ("O je, meine Schwäche wird schon wieder stärker").

Dienstag, 25. Juli 2017

Tomaten

Trotz Regens und kühlerer Temperaturen: die Tomaten fangen jetzt in Mengen an, reif zu werden.



Samstag, 22. Juli 2017

Uwe Kropinski in Gottesgnaden

Uwe Kropinski, einer der besten deutschen Gitarristen, begann sein Konzert im Saalehof in Gottesgnaden mit spanischen Klängen, in die er zuweilen Anklänge an indische Sitar-Musik oder Blues mischte. Ruhig und konzentriert, tief in seine Musik versunken, sitzt der Gitarrist dabei auf seinem Stuhl, spielt mal klassisch, mal mit sehr schnellem fingerpicking, nutzt sein Instrument zum Erzeugen percussiver Töne. Im seinem Spezial-Plektrum gewidmeten Stück „Super Pick“ benutzt er dieses so intensiv, dass eine Zuschauerin ihm die Frage zurief, „ob denn die Gitare nicht darunter leide“ (und dazu erklärte, „früher hieß es immer 'kratz nicht so auf den Saiten herum', wenn ich Opas Gitarre nahm“). Nein, sagte Kropinski schmunzelnd, die Gitarre halte das schon aus, die sei eine Spezialanfertigung und werde notfalls auch repariert.


Der für sein schnelles und akkurates Instrumentalspiel bekannte Kropinski sang zu einigen Stücken. Eher ein melodischer Sprechgesang, mit englischen Texten und anrührenden Inhalten. Vom Sinn des Lebens war die Rede, von der „Zeit, einfach so da zu sein“ („time to be“). In einem seinem Vater gewidmeten Lied heißt es: „he will survive, when he is gone“, („er wird weiterleben in Liedern und Bildern“). Ein virtuoses Stück spanischer Gitarrenmusik nannte er schlicht „Paco“ und Musikkenner hörten darin eine Hommage an Paco de Lucia heraus. Kropinski widmete es „allen Pacos dieser Welt, die auf den sechs Saiten Musik machen“.

Saalehof in Gottesgnaden

Ein Ausflug nach Gottesgnaden in den Saalehof. Vor dem Konzert war noch Zeit, auf der Terasse zu sitzen und über die Saale nach Calbe zu schauen (und ein kühles Hefeweizen zu trinken). Auch der Fähre konnte man zusehen und darüber nachdenken, ob denn die Stadt Calbe nicht besser zwei davon hintereinander koppelt – das würde reichen um eine Schwimmbrücke zu haben. Denn die Fähre stellt bereits 18 Uhr ihren Betrieb ein, wer danach nach Hause fahren möchte, hat einen weiten Umweg vor sich. Aber auch die Zeit zum Bilder betrachten blieb noch, von denen einige in den weißgestrichenen ehemaligen Stall- und Garagengebäuden hängen. 

Montag, 10. Juli 2017

TFF Rudolstadt – mein Fazit

Wow. Das waren wieder vier Tage voll Musik. Musik unterschiedlichster Art – und wie so oft waren uns viele (nein, eigentlich fast alle) der Bands und Künstler vorher nicht bekannt. Das Rudolstadt-Festival ist für uns aber schon lange eine der Veranstaltungen, zu denen man bedenkenlos mit der Gewissheit "ich bekomme in jedem Fall beste Musik" fahren kann.

Wenn ich in der Übersicht auf der Webseite nachzähle, komme ich auf 101 Bands und Einzelkünstler. Die Veranstalter sprechen von 130, vielleicht sind da auch Workshops usw. mitgezählt. Wie auch immer, es ist eine wahnsinnig große Zahl. Immerhin 38 davon haben wir anzuhören geschafft. Mehr war zeitlich kaum drin, wenn man auch mal  etwas ausruhen oder etwas essen möchte. Oder wenn man zwischendurch ins Becken des benachbarten Freibades hüpfen wollte (auch nicht schlecht: beim Baden die Musik der Konzertbühne hören, die nur ca. 100 Meter entfernt ist und von der der Sound sehr gut hörbar rüberkommt).